Warum sich Katzen bei Vollmond seltsam verhalten, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht.
Nachts sind alle Katzen grau. Außer, der Mond hängt rund und voll am Himmel – dann ist Halligalli angesagt! Es wird nach Kräften miaut, gepirscht und, nun ja, begattet. Katzenbesitzer vermuten schon längst, dass die Katze bei Vollmond anders tickt als sonst, aber was sagt die Wissenschaft dazu?
Die Auswirkungen des Mondes auf Mensch und Tier
Schon immer wurde dem Mond eine magische Wirkung auf Lebewesen nachgesagt. In Vollmondnächten, so die Legende, mutieren manche Menschen zu Werwölfen.
Aber auch weniger fantastische Folgen des Vollmonds kennen wir: Einige Zeitgenossen fangen an, zu schlafwandeln. Und wieder andere können überhaupt nicht mehr schlafen, wenn der Mond zum Fenster hereinscheint.
Ob der Mond daran schuld ist, lässt sich nicht zweifelsfrei nachweisen. Ohne Frage hat der Mond großen Einfluss auf unseren Planeten. Er bewegt etwa gewaltige Ozeane und erzeugt dabei Ebbe und Flut.
Hat der Mond Macht über Katzen?
Angesichts dieser Fakten wäre es doch ein Wunder, wenn die Katzenwelt von den Auswirkungen des Vollmondes verschont bleiben würde! Bisher ist die Studienlage zum Thema Katze bei Vollmond allerdings eher dünn. Forscher haben noch keine relevanten, wissenschaftlichen Anstrengungen in diese Richtung unternommen.
Das College of Vetinary Medicine der University of Colorado stellt da eine Ausnahme dar: In einer Studie wies das Team nach, dass Katzen in der Zeit um den Vollmond herum eine 30-prozentig höhere Wahrscheinlichkeit hatten, sich zu verletzen. In dieser Zeit kamen mehr Katzen in die Notaufnahme der Klinik. Eine nachgewiesene Begründung dafür fanden die Forscher indes nicht.
Warum verhalten sich Katzen bei Vollmond seltsam?
Es lässt sich nur raten, warum Katzen bei Vollmond dazu neigen, sich eher zu verletzen. Möglicherweise sind sie zu dieser Zeit aktiver, weil mehr Licht herrscht. Laut dieser Theorie stört der Vollmond mit seinem Leuchten und seinem Einfluss auf die Schwerkraft den zirkadianen Rhythmus der Katze.
Dieser Tagesrhythmus organisiert das Verhalten im Laufe von 24 Stunden – also wann geruht, gefressen und gespielt wird. Der zirkadiane Rhythmus umfasst dabei Veränderungen der Körpertemperatur, der Hormone, der Herzfrequenz und anderer physischer Merkmale.
Katzen sind zwar domestiziere Haustiere, leben aber dennoch im Rhythmus der Natur. Möglicherweise ist ihre Empfänglichkeit für die Mondrhythmen der Grund für ihr Verhalten bei Vollmond.
Tiere werden vom Mond beeinflusst
Auch wenn es wenige handfeste Forschungsergebnisse in Bezug auf Katzen und Vollmond gibt, hat die Wissenschaft zumindest eine generelle Wirkung des Mondes auf Tiere bestätigt.
Untersuchungen zeigen, dass manche Insektenarten ihr Flugverhalten in den unterschiedlichen Mondphasen verändern und dass einige Meeresbewohner des Wattenmeeres ihr Leben stark nach dem Mond ausrichten. Die Meerestiere paaren sich in Vollmondnächten signifikant häufiger als in normalen Nächten.
Studien zeigen deutliche Zunahme an Bissen
Im Jahr 2000 wurde eine kleine Studie in England durchgeführt. Die Verantwortlichen wollten nachweisen, ob und wie sich der Mond auf das Verhalten von Tieren auswirkt. Dabei werteten sie Daten aus den Jahren 1997 bis 1999 aus.
Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: In den Vollmondphasen dieser Jahre wurden signifikant mehr Patienten mit Bissverletzungen durch Tiere in der Klinik vorstellig. Die Zahl der Fälle stieg dabei einige Tage vor dem Vollmond konstant an, gipfelte in der Vollmondnacht und sank die nächsten Tage wieder konstant auf das Basisniveau zurück.
Katze bei Vollmond: Was Katzenbesitzer beobachten
Die spannende Frage für Katzenliebhaber lautet: Sind diese wissenschaftlichen Beobachtungen auf Katzen übertragbar? Fragt man katzenerfahrene Menschen, ist die Lage klar. Es gibt reichlich Berichte, in denen Katzenhalter eine Wesens- und Verhaltensänderung ihrer Katze bei Vollmond beschreiben.
Katze ist bei Vollmond aktiver
Kaum ist der Mond in voller Pracht aufgegangen, werden Katzen wesentlich aktiver als in anderen Nächten des Mondzyklus. Das kann sich in einem gesteigerten Spieltrieb niederschlagen.
So laufen viele Katzen vermehrt herum, ruhen weniger und lassen keine Möglichkeit aus, um zu springen, zu fangen und zu kratzen. Im Allgemeinen zeigen sie sich wacher, interessierter und teilweise auch aggressiver.
Katzen sind bei Vollmond die ganze Nacht unterwegs
Sehr auffällig ist, dass Freigänger-Katzen in Vollmondnächten länger draußen unterwegs sind. Erst in den frühen Morgenstunden kommt die Katze wieder heim. Unterwegs ist sie dabei – den Blessuren nach – keinem Revierkampf aus dem Weg gegangen. Zu dieser Zeit des Monats kommen gehäuft Revierkämpfe und damit Verletzungen vor und das hinterlässt meist Spuren am geliebten Fellknäuel.
Manchmal kann man diese Auseinandersetzungen auch hören. Jeder kennt es: Wenn sich rivalisierende Katzen in Siedlungen begegnen, schreien sie sich gegenseitig an.
Das unangenehme Katzengejammer klingt teilweise wie ein schreiendes Baby und ist absolut herzzerreißend. Achten Sie beim nächsten nächtlichen Katzengeschrei bewusst darauf, ob es sich um eine Vollmondnacht handelt. Dann wissen Sie, dass Sie es mit zwei „mondkranken“ Fellnasen zu tun haben.
Übrigens spürt auch der Hund bei Vollmond eine Veränderung. Es kann also sein, dass Sie auch einmal einen Hund hören, der den Mond anheult.
Katzen werden bei Vollmond eher rollig
Auch bemerkenswert ist, dass Katzen und Kater in Vollmondphasen einen vermehrten Sexualtrieb zeigen. Ihre Rolligkeit treibt Katzen dazu, sich einen Sexualpartner für die Fortpflanzung zu suchen.
Nicht selten werden unkastrierte Katzen in dieser Zeit trächtig. Sie möchten keine süßen Kätzchen haben? Dann bleiben Sie besonders vorsichtig und verwehren Sie der Katze gegebenenfalls den Freigang oder informieren Sie sich über die Kastration.
Katzen werden bei Vollmond mitteilungsbedürftig
Es gibt Katzen, die „reden“ von Haus aus viel. Andere sind eher der schweigsame Typ. Bei Vollmond können Sie allerdings beobachten, dass die Redseligkeit der Katzen zunimmt.
Sie hören die Katzen dann den ganzen Tag schon Maunzen. Nachts kann das in einem wahren Konzert aus Katzengejammer gipfeln und auch weitere Katzen anspornen. Es entstehen auf diese Weise Gruppenphänomene, bei denen versammelte Katzen ein lautes Theater veranstalten und die ganze Nachbarschaft aufwecken.
Was sollten Sie bei der Katze bei Vollmond beachten?
Nicht jede Katze ist empfänglich für die Einflüsterungen des Vollmonds. Für Katzenhalter, deren Katze nicht „mondsüchtig“ ist, gibt es nichts zu beachten.
Wenn Sie aber feststellen, dass Ihre Katze auf den Mond reagiert, passen Sie Ihr Verhalten in diesen Tagen an die Situation an. Hier ein paar Tipps zum Umgang mit der Katze bei Vollmond:
- Geben Sie Ihrer Katze den Freiraum, den sie in diesen Tagen braucht und lassen Sie sie eher in Ruhe.
- Wenn sie Freigänger ist, untersuchen Sie die Katze regelmäßig. Bei gehäuft auftretenden Verletzungen lassen Sie die Katze in Vollmondnächten im Haus.
- Achten Sie auf einen ausreichenden Impfschutz. Wenn die Katze in Rangeleien gerät, kann sie sich verletzen und infizieren. Lassen Sie sich von einem Tierarzt dazu beraten.
- Wenn Wohnungskatzen bei Vollmond unruhig sind, dunkeln Sie die Räume mit Rollos und Vorhängen ab. Viele Katzen beruhigt der Mondentzug.