Borreliose bei der Katze: Was Sie wissen müssen Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Borreliose kann bei Menschen schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Wie gefährlich die Erkrankung für Vierbeiner ist und wie Sie Borreliose bei der Katze erkennen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Borreliose Katze

Mit Borreliose können Katzen sich in der Natur durch Borrelien-tragende Zecken infizieren.

Wie gefährlich ist Borreliose bei Katzen?

Als Borreliose (auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt) bezeichnen Tierärzte eine durch Zecken übertragbare Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Borrelia verursacht wird.

Eine Borreliose-Infektion bei Katzen verläuft in der Regel harmlos. Dennoch sollten Sie Ihre Katze vor Zecken schützen, da diese neben einer Borreliose auch andere Erkrankungen wie Mittelmeerkrankheiten auslösen können.

Wie häufig ist Borreliose bei Katzen?

Obwohl Katzen sehr häufig Zecken haben, tritt die Borreliose bei Katzen zum Glück nur relativ selten auf. In Mitteleuropa sind etwa null bis 37 Prozent der Hauptüberträger (Ixodes ricinus) mit Borrelia spp. befallen.

Können Katzen Borreliose auf Menschen übertragen?

Ihre Katze kann Borrelien nicht direkt auf Sie übertragen. Sie kann allerdings infizierte Zecken in die Wohnung tragen, sodass die Zecken auch auf Sie oder Ihre Familie übergehen und eine Infektion auslösen können.

Zecke bei Katze entfernen © Astrid Gast / stock.adobe.com
Entfernen Sie Zecken so früh wie möglich von Ihrer Katze.

Symptome: Wie äußert sich Borreliose bei Katzen?

Die Lyme-Borreliose geht beim Hund oder Mensch typischerweise mit Appetitlosigkeit, Fieber und Gelenkproblemen wie Schmerzen einher.

Bei Katzen hingegen konnte bisher kein gesicherter Zusammenhang zwischen einer Borreliose-Infektion und diesen Symptomen festgestellt werden. Nur selten entwickeln Katzen mit Borreliose ausgeprägte Symptome – und in den meisten Fällen haben die betroffenen Katzen bereits eine Vorerkrankung.

Forscher gehen daher davon aus, dass Feliden eine Art natürliche Resistenz gegen eine klinisch manifeste Borrelieninfektion haben.

Wann sollte ich zum Tierarzt?

Wann immer Ihre Katze Anzeichen einer Krankheit zeigt, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Das gilt vor allem, wenn es sich möglicherweise um eine Infektionskrankheit handelt. Denn in einigen Fällen können die zugrundeliegenden Krankheiten für andere Haustiere im Haushalt oder sogar für Sie und Ihre Familie ansteckend sein.

Diagnose: Wie testet ein Tierarzt auf Borreliose?

Da Borrelien bei Katzen in der Regel keine Symptome zu verursachen scheinen, testen Tierärzte nur selten auf Borrelien.

Grundsätzlich kann Ihr Tierarzt eine Borrelieninfektion bei Katzen jedoch durch verschiedene Labortests nach einer Probenentnahme aus verschiedenen Geweben oder Körperflüssigkeiten nachweisen, zum Beispiel Haut, Gelenkflüssigkeit, Blut:

  • ELISA-Test (Enzyme-linked Immunosorbent Assay)
  • PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion)
  • Bakterienkultur
  • Antikörperverlaufskontrollen im Abstand von zwei bis drei Wochen

Was kostet ein Borreliose Test beim Tierarzt?

Die Kosten für einen Borreliose-Test beim Tierarzt variieren und liegen etwa zwischen 40 und 180 Euro je nach gewählter Testmethode und Praxis. Darüber hinaus bestimmt auch der Gebührensatz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) die Kosten der tierärztlichen Leistungen bei Katzen.

Hinweis: Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, ob ein Borrelientest bei Katzen sinnvoll ist und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Therapie: Wie wird Borreliose bei Katzen behandelt?

Da Borrelien Bakterien sind, lässt sich die Borreliose mit Antibiotika behandeln. Wenn Ihre Katze Schmerzen hat, können zudem Schmerzmittel helfen.

Ursachen: Wie stecken sich Katzen mit Borrelien an?

Ursache der Lyme-Borreliose bei Katzen ist das gleichnamige Bakterium, Borrelia burgdorferi (sensu stricto und sensu lato). Während in Europa vorwiegend der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) Borrelien auf Katzen überträgt, ist dies in Nordamerika vermehrt die Schwarze Beinzecke (Ixodes scapularis).

Indem sie Blut von infizierten Katzen saugen, nehmen Zecken die Krankheitserreger in ihren Körper auf. Befallen sie nun eine andere Katze, die noch nicht infiziert ist, übertragen sie die Erreger beim Blutsaugen über den Speichel in die Blutbahn der Katze.

Wie schnell übertragen Zecken Borrelien?

Zecken übertragen Borrelien nicht sofort. Bis die Bakterien von der Zecke in die Katze gelangen, vergehen in der Regel 24 bis 48 Stunden.

Je früher Sie also Zecken von Ihrer Katze entfernen, desto eher können Sie eine Infektion verhindern.

Prognose: Ist Borreliose bei Katzen heilbar?

Die Borreliose bricht nur bei sehr wenigen infizierten Katzen aus. Wenn dies jedoch der Fall ist, lässt sich die Infektionskrankheit in den meisten Fällen erfolgreich mit Antibiotika behandeln.

Vorbeugung: Schützen Sie Ihre Katze vor Borreliose

Derzeit gibt es keine Impfung für Katzen gegen Borreliose. Alle vorbeugenden Maßnahmen zur Verhinderung einer Borreliose-Infektion bei Katzen gehen daher Hand in Hand mit einem zuverlässigen Zeckenschutz.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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