{"url":"https://www.zooplus.de/magazin/hund/hundegesundheit-pflege/kupieren-von-hunden","title":"Kupieren von Hunden: Bedeutung, Verbot & Tierschutzproblematik","mag_id":352127,"is_single":true,"cat_name":"Hund","sub_cat_id":82,"sub_cat_name":"Hundegesundheit und Pflege","cat_id":79}
Ein fragwürdiges „Schönheitsideal“: Das Kupieren von Hunden, zum Beispiel bei Ohren oder der Rute, ist vor allem bei Dobermännern verbreitet.
Es ist eines der meist diskutierten Themen im Tierschutz: das Kupieren von Hunden. Doch was ist mit dem Kupieren gemeint und warum ist es so relevant für den Tierschutz? In diesem Artikel erfahren Sie, warum Rute und Ohren bei Hunden kupiert werden, sowie alles rund um das Kupierverbot.
Das Wort „Kupieren“ stammt aus dem Französischen (couper) und bedeutet so viel wie „abschneiden“. In der Hundezucht ist damit vor allem die Amputation der Rute oder der Ohren gemeint.
Warum wurden früher Hunde kupiert?
Das Kupieren hat eine lange Geschichte und wurde ursprünglich vor allem bei Hunden angewandt, die als Kampf- oder Jagdhunde eingesetzt wurden. Das Abschneiden der Ohren und der Rute sollte Verletzungen an diesen Körperteilen verhindern.
Heute wird die Amputation oftmals nur noch aus ästhetischen Gründen vorgenommen, und auf Kosten der Gesundheit des Hundes.
Wie wird ein Hund kupiert?
Da das Kupieren ein chirurgischer Eingriff ist, sollte er unter Narkose durchgeführt werden. Dies ist jedoch nicht immer der Fall – insbesondere im Ausland.
Die Operationstechnik hängt von dem zu amputierenden Körperteil ab:
Rute: Der Tierarzt macht einen kreisförmigen Einschnitt in die Haut und schneidet das Gewebe zwischen zwei Wirbeln durch.
Ohren: Der Tierarzt verwendet eine Schablone und klemmt die Ohren in einer Metallvorrichtung ein. Die überstehenden Teile entfernt er anschließend mit einem Skalpell.
In beiden Fällen durchtrennt der Tierarzt auch Blutgefäße und Nervengewebe. Frisch kupierte Hunde können daher noch Wochen nach dem Eingriff Schmerzen haben.
Wann wird ein Hund kupiert?
In den meisten Fällen findet das Kupieren von Hunden bereits bei Welpen ab sieben Wochen statt.
Warum werden Hunde kupiert?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Hunde kupiert werden. Neben medizinischen werden vor allem ästhetische Gründe angeführt. Einige Züchter halten kupierte Hunde für „schöner“ als ihre nicht kupierten Artgenossen.
Ein weiterer häufig genannter Grund ist, dass kupierte Hunde bei der Jagd oder beim Hundesport weniger verletzungsgefährdet sind, da sich Körperanhänge wie die Rute oder die Ohren beispielsweise nicht mehr in Büschen verfangen können.
Bei welchen Hunderassen ist das Kupieren verbreitet?
Kupierte Ohren oder eine kupierte Rute sind bei einigen Hunderassen sehr verbreitet. Dazu gehören:
Das Kupieren von Ohren ist bei manchen Rassen verbreitet – und höchst umstritten.
Warum ist das Kupieren von Hunden aus Tierschutzsicht problematisch?
Es gibt mehrere Gründe, warum das Kupieren von Ruten und Ohren bei Hunden aus der Perspektive des Tierschutzes kritisch gesehen werden sollte.
Gestörte Kommunikation
Jeder Teil des Körpers hat eine oder mehrere wichtige Funktionen. Bei Hunden ist die Rute ebenso wie das Ohr ein wichtiger Körperteil, der zur Körpersprache und damit zur Kommunikation beiträgt – und zwar nicht nur innerhalb der Art, sondern auch zwischen Hund und Halter.
Ein kupierter Hund hat daher enorme Einschränkungen bei der Kommunikation mit anderen Hunden oder Menschen. Dies kann nicht nur zu missverständlichen Situationen und Konflikten führen, sondern sogar zur Entwicklung von Verhaltensstörungen wie Aggression.
Gesundheitsgefährdende Komplikationen
Neben dem Problem der begrenzten Kommunikationsfähigkeit haben kupierte Hunde auch ein gewisses Risiko, an gesundheitlichen Komplikationen zu leiden.
So kann die Amputation beispielsweise zu Entzündungen und Blutungen an der Wundstelle führen. Darüber hinaus leiden einige kupierte Hunde unter Phantomschmerzen (Schmerzen im Bereich des amputierten Körperteils), die mitunter ein Leben lang andauern.
Wie bei anderen Tieren spielt auch beim Hund die Rute eine wichtige Rolle bei der Koordination. Sie hilft dem Hund, beim Laufen oder Springen das Gleichgewicht zu halten.
Wenn die Rute fehlt, kann der kupierte Hund unter Bewegungsstörungen leiden. Deshalb haben kupierte Hunde manchmal Probleme bei der Ausübung von Hundesportarten wie Agility.
Die Rute hilft dem Hund dabei, das Gleichgewicht bei Hundesportarten wie dem Slalom zu halten.
Wo ist das Kupieren beim Hund verboten?
Gemäß §6 des deutschen Tierschutzgesetzes ist in Deutschland das teilweise oder vollständige Amputieren von Körperteilen bei Hunden verboten – somit ist das Kupieren der Ohren und der Rute nicht erlaubt und stellt eine Straftat dar.
Darüber hinaus ist in der deutschen Tierschutz-Hundeverordnung auch ein Ausstellungsverbot von kupierten Hunden erläutert: „Es ist verboten, Hunde auszustellen oder Ausstellungen mit Hunden zu veranstalten, bei denen Körperteile, insbesondere Ohren oder Rute, tierschutzwidrig vollständig oder teilweise amputiert worden sind…“
In welchen Ländern darf noch kupiert werden?
Bis auf wenige Ausnahmen ist das Kupieren von Hunden in allen europäischen Ländern verboten. Um dieses Verbot zu umgehen, reisen einige Hundebesitzer oder Züchter in Länder, in denen das Kupieren nicht verboten ist, darunter einige Staaten in den USA und Russland.
Anschließend bringen sie die Hunde zurück nach Deutschland – denn bisher sind die reine Haltung und der Verkauf von kupierten Hunden in Deutschland legal. Dieser sogenannte Kupiertourismus ist allerdings aus Tierschutzgründen höchst umstritten und wird von Tierschutzvereinen stringent abgelehnt.
Wann ist das Kupieren von Hunden erlaubt?
Nach dem deutschen Tierschutzgesetz gibt es nur zwei Ausnahmen, die das Kupieren von Hunden erlauben:
Medizinische Indikationen: Hat Ihr Hund einen nicht heilbaren und aggressiven Tumor an der Rute, ist die Amputation der Rute erlaubt. Das Kupieren dient somit dem Schutz der Gesundheit Ihres Hundes.
Jagdlich geführte Hunde: Neben den medizinischen Gründen gibt es eine weitere Ausnahme vom Kupierverbot. Denn die Ruten von Hunden, die zur Jagd eingesetzt werden, dürfen kupiert werden, wenn keine tierärztlichen Bedenken bestehen.
An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.
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